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Cistus incanus/Zistrose: eine wieder entdeckte Heilpflanze

Spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie und dem Bekanntwerden ihrer antiviralen Wirkung ist die Zistrose in aller Munde. Deswegen ist sie es wert, nun auch auf meinem Blog vorgestellt zu werden.

Die Zistrose: Ein wahrer Hingucker im Garten

Die als Zistrose, oder auch als Cistus incanus bekannte Pflanze, werden die meisten aus Urlauben im mediterranem Klima kennen. Mit Ihren pinken oder weißen papierartigen Blüten ist sie vor allem zwischen April und Juni eine Augenweide. Doch nicht nur optisch macht sie etwas her.

Die Zistrose: Nicht erst seit gestern eine medizinisch genutzte Heilpflanze

So gibt es Hinweise, dass der Cistus bereits im 4. Jahrhundert vor Christus medizinisch eingesetzt worden ist. Dies gilt vor allem für Länder wie der heutigen Türkei, Griechenland oder Zypern. Dabei wächst in jeder Region eine andere Art, insgesamt etwa zwanzig an der Zahl. Die Zistrose wächst vor allem auf kargen, trockenen Standorten und kommt mit wenig Wasser aus. Dabei kann sie bis zu anderthalb Meter hochwachsen und diese Dimension auch in der Breite annehmen. Aufgrund ihres bevorzugten Lebensraums liegt der Rat von Experten nahe, den Cistus nicht ungeschützt in unseren gemäßigten Breiten überwintern zu lassen. Meine Erfahrung im heimischen Garten zeigt aber, dass unsere Winter mittlerweile so mild sind, dass es für die Pflanzen ein Leichtes ist, auch nach der kalten Jahreszeit wieder in voller Pracht zu erblühen.

Die Zistrose: Ihre Anwendungsgebiete

Vor allem bei den Menschen der mediterranen Klimazone ist die Zistrose schon lange bekannt. Wird  hierzulande vor allem die graubehaarte Zistrose in Form von Tees genutzt, verwenden die Menschen aus dem Süden viele verschiedene Arten und so ziemlich alle Teile der Heilpflanze:

 

So werden die Früchte von Cistus laurifolius (lorbeerblättrige Zistrose) gegen Diabetes eingesetzt, Wurzelabkochungen gegen Unfruchtbarkeit und das wertvolle Harz, auch als Labdanum der Lack-Zistrose bekannt, zur Behandlung fiebriger Erkrankungen verwendet. Am beliebtesten ist die Zistrose aber im Einsatz mikrobieller Erkrankungen, vor allem gegen Viren. Mittlerweile gibt es sogar Lutschtabletten auf Basis von Cistus-Extrakt, die vor allem bei Entzündungen der oberen Atemwege erfolgsversprechend zu sein scheint, doch ist das nur ein Placebo-Effekt oder steckt da mehr dahinter?

Die Zistrose: Was steckt hinter ihrer Heilkraft?

weiße Zistrose auf der Insel Elba
weiße Zistrose auf der Insel Elba

Studien, vor allem aus Herkunftsländern wie der Türkei konnten unlängst belegen, dass der Cistus vor allem aufgrund seines reichhaltigen Angebots an Polyphenolen eine antivirale Wirkung aufweist. Viren, die, um sich zu vermehren, in ihre Wirtszellen eindringen müssen, können nicht an der Zelloberfläche andocken und verlieren somit ihre Lebensgrundlage. Bereits 2014/2015 gab es Studien, die die Wirksamkeit von Cystus incanus L. Pandalis gegen Coronaviren belegen konnten – ihr Erfolg gegen SARS CoVi-2 ist dagegen noch unbelegt. 

Lutschtabletten gegen Corona?

Die tatsächliche Wirkung gegen diesen konkreten Virus bleibt uns der Hersteller der Lutschtabletten Cystus052 noch schuldig. Wie so oft gibt es glühende Anhänger und erboste Gegner. Für meinen Teil genieße ich schon seit Jahren den Ertrag meiner Cistus-Pflanze aus dem eigenen Garten. Ich brühe mir Tee aus den Blättern. Diese mögen keine kontrollierte Menge an Wirkstoff aufweisen, aber der Umgang mit der Pflanze entschleunigt herrlich und trägt somit schon zum Aufbau des Immunsystems bei.

  

Und diesen Sommer habe ich mir sogar etwas Neues einfallen lassen: Ich habe mir vorgenommen, das Harz zu gewinnen. Dazu einfach junge Zweige in brühendes Wasser geben und das aufschwimmende Harz auffangen. Wollen Sie dabei sein? Dann lassen Sie mir einen Kommentar da, ich freu mich drauf.

 

Bleiben Sie gesund,

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