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Ashwagandha | Withania somnifera: Schlafen wie die Pharaonen

Zugegeben: Von Ashwagandha, der Schlafbeere, habe ich erst durch meinen Mann erfahren. In stressigen Zeiten war bei Baldrian & Co. ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten. Bisher vorrangig im indischen Raum bekannt, findet Ashwagandha zunehmend auch im europäischen Raum Anwendung.

  

Dabei führt das Synonym „Schlafbeere“ zunächst zur Verwirrung, denn die Hauptwirkstoffe, vorrangig Whitanolide (Steroide) und Alkaloide, stecken in der Wurzel. Traditionell angewendet wird die Ashwagandha bei Unfruchtbarkeit, Bronchitis oder Störungen bei der Magensäureproduktion. All diese Beschwerden kann man (in)-direkt in Zusammenhang mit der Unfähigkeit zu Entspannung, daraus resultierender Schwächung des Immunsysstems, sprich Dauerstress, bringen. Da verwundern die Haupteinsatzgebiete, der auch Pferdewurzel genannten Pflanze nicht: Eine wahre Blüte erlebt sie gerade nämlich vor allem in Bezug auf Nervosität und Schlafstörungen.

Schlafbeere Ashwagandha Schlaffördernde Pflanze Adaptogene
Die Schlafbeere wächst auch in gemäßigten Gefilden wunderbar im Garten.

Leider gibt es derzeit nur wenige Studien über die Wirksamkeit des Nachtschattengewächses: Japanischen Forschern ist es aber immerhin gelungen Triethylenglykol als Reinsubstanz zu gewinnen.  Beim versuch an Mäusen konnte eine verlängerte Tiefschlafphase, sprich Verlängerung der Erholungsphase während der Nacht, nachgewiesen werden, ohne dass die sonstige Schlafarchitektur beeinflusst wurde. Nachweise an Menschen stehen noch aus. Die Bescheinigung einer positiven Monografie durch die  WHO lässt aber Grund zur Hoffnung, dass die jahrtausendealte Anwendung in der ayurvedischen Medizin nicht nur auf reinem Aberglauben fußt.

 

Doch so verlockend die schlaffördernde Wirkung auch klingen mag: Schwangere sollten besser die Hände davon lassen, denn Ashwagandha wird im asiatischen Raum auch als Abtreibungsmittel eingesetzt.

 

Bei Beschwerden wie Unfruchtbarkeit dagegen wird ein Sud aus Ashwagandha-Wurzeln, Ghee und Milch empfohlen. Wie so oft macht also auch hier die Dosis das Gift: Für eine heilende Wirkung wird eine Menge von 2x tgl. 250mg empfohlen.

Mit der Einnahme der Schlaf-Wurzel würden Sie sich in prominenter Gesellschaft finden: Denn die korallenroten Beeren, die als Zierelemente für die Mumie des Pharao Tutanchamun eingesetzt wurden, scheinen bereits damals Ashwagandha-Früchte gewesen zu sein. Ob die Pflanze zu Lebzeiten des bekannten ägyptischen Herrschers jedoch als Schlaf- oder doch nicht eher Potenzmittel eingenommen wurde, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben …

  

Haben Sie schon Erfahrungen mit der „Winterkirsche“ sammeln können? Schreiben Sie mir doch gern in die Kommentare, ich freue mich immer über Austausch mit meinen Lesern!

Bleiben Sie gesund,

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